Aufgeschnappt: Jean Ziegler & Menschenrechtsrat

(…)denn wie viele Menschen gibt es schon, denen das Kunststück gelingt, sich als Intellektuelle und als Sexmonster einen Namen zu machen? Außerhalb Frankreichs, meine ich. Gaddafi war so einer. Morgens ließ er sich Männer, Frauen und Kinder schicken, die er hatte entführen lassen. Er „prügelte sie, vergewaltigte sie, urinierte auf sie“, wie es in einer Rezension von Annick Cojeans Reportage Niemand hört mein Schreien. Gefangen im Palast Gaddafis heißt. Nach dem Vergewaltigen und Urinieren empfing er dann wahrscheinlich Jean Ziegler. „Ich war einer von den Intellektuellen, die er oft eingeladen hat“, erzählt Ziegler. Gaddafi sei ein „blitzgescheiter, argumentativer, analytisch begabter Mensch” gewesen. Er habe „perfekt Englisch“ gesprochen, „viel gelesen“ und sei “ein absolut brillanter Redner” gewesen. „Das weiß jeder, der ihn bei den Revolutionsfeierlichkeiten auf dem Grünen Platz erlebt hat. Er hat die Menge gespürt, intuitiv begeistert.” Gaddafi brauchte Ziegler nicht zu vergewaltigen, die beiden waren von Anfang an auf einer Wellenlänge. Ziegler mag bekanntlich keine demokratischen Regierungen. Gaddafi hatte keine demokratischen Anwandlungen.

Stefan Frank: Gaddafis Mann in New York

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