Aufgeschnappt: Kapitalismus und Banken

„Kapitalismus“ – bei dem Wort soll eigentlich keiner an Raubtier, Gier, Kasino denken. Sondern an eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln sowie der Steuerung von Produktion und Konsum über den Preis beruht. Das aber haben die Banker erreicht: dass man sich nicht mehr Kapitalist nennen mag, auch wenn man für ein solches, sozial abgefedertes System ist.

Und das Perfide: Es gibt bisher nicht einmal ausreichend Möglichkeiten, ihnen in den Arm zu fallen. Wenn man das Dutzend große Verfahren gegen ehemalige Banker beobachtet hat, muss man sagen: Den Zockern in den Banktürmen ist kaum beizukommen. Schon die Beweislage ist schwer, die Einordnung ihres Tuns unter einen Straftatbestand wie „Untreue“

in vielen Fällen unmöglich. Für die Marktwirtschaft ist Gefahr in Verzug. Mit bloßen Reuebekundungen ist es nicht mehr getan. Mit dem Ausrufen einer neuen Kultur, dem Lieblingsthema der Deutsche-Bank-Chefs, auch nicht. Die Branche hat keinen Schuss mehr frei. Noch ein Skandal, und es wird so viel Regulierung kommen, dass man die Banken auch gleich verstaatlichen kann.
Marc Beise in der SZ: Banker bedrohen das Wirtschaftssystem

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