Die Keksbeschimpfung

Unter den Backwerken sind die Kekse (oder „Plätzchen“, wie der sonderbare Germane sagt) die mit Abstand unverschämtesten: feiste, aus Zucker und Fett gefertigte Flegel. Primitive, speckige Spitzbuben, die nichts anderes im Sinn haben, als die Österreicher dazu zu verlocken, sich in der Weihnachtszeit ihre an sich schon ansehnlichen Austrowampen blitzartig auf doppelte Michelin-Reifenbreite hinauf aufzupumpen.

Dazu ist dem Keks jedes Mittel recht. Erstens ist das Keks ein Resultat der hinterfotzigen Kunst, die größtmögliche Kalorienmenge auf kleinstmöglichem Raum unterzubringen. Zweitens greifen Kekse ungeniert direkt in den Hirnstoffwechsel ein. Wer sich ein Vanillekipferl einverleibt – wehret den Anfängen! -, der wird sich unweigerlich zehn weitere einverleiben. Dass Heroin, nicht aber Kokosbusserln unter das Suchtmittelgesetz fallen, ist eine der großen Perversionen unserer Legislative.

Christoph Winders Kolumne im STANDARD: Haut euch über die Häuser, Husarenkrapferln!

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