Dank an Unbekannt

Dank an Unbekannt

Mein Misstrauen
an euren Bärten!

Heute stand ich neben
einem Selbstmordattentäter
in der U-Bahn.

Er war so freundlich,
den Gürtel nicht zu zünden,
von Praterstern bis Schwedenplatz.

Dann stieg ich aus;
nach mir das Blutbad

via Armin Thurner: Republik ohne Würde
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Lesetipp: Verhungernde Palästinenser, deutsche Solidarität

In einem von der syrischen Armee eingekesselten Lager mit palästinensischen Flüchtlingen in Damaskus sind nach Angaben der Uno seit September mindestens 15 Menschen verhungert. Am Wochenende seien Berichte über fünf neue Hungertote in dem Camp Jarmuk eingegangen, womit die Zahl der Todesopfer durch Unterernährung auf mindestens 15 gestiegen sei, erklärte das Uno-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). (…) Fast zweitausend Palästinenser sollen inzwischen in Syrien getötet worden sein. (…) Und wo bleiben die empörten Appelle, Aufrufe zur Hilfe und Intervention seitens derer, denen angeblich Leben und Wohlbefinden der Palästinenser so sehr am Herzen liegt? IPPNW jedenfalls und Pax Christi, zwei der damals lautstärksten Unterstützer der Mavi Marmara, haben dieser Tage Besseres zu tun, als sich um palästinensische Flüchtlinge zu kümmern. Und auch sonst hört man wenig aus der Szene: Weder von den Freidenkern, noch der Linken (Inge Höger oder Wolgang Gehrcke sind offenbar anderweitig beschäftigt) und auch international ist es irgendwie ganz ruhig, Konvois, etwa organisiert von Georges Galloway sind nicht unterwegs, von Hilfsflotten zur See ganz zu schweigen. Auch “Du sollst nicht töten” – Todenhöfer bevorzugt es, mit dem syrischen Präsidenten zu konferieren, statt zu versuchen, illegal nach Yarmouk zu kommen. Lieber reist er, angeblich unter Einsatz seines Lebens, nach Gaza, dem “Land der Verdammten dieser Erde”.
Woher das wohl kommen mag?
Dass es ihnen mehrheitlich nicht ums Wohlergehen der Palästinenser geht, man vermutete es schon lange, dass sie allerdings alle eine solche Bereitschaft zeigen, ihren völligen Mangel an Empathie auch noch so deutlich zu demonstrieren, wenn Israelis oder andere Zionisten einmal nicht die Feinde sind, erstaunt dann doch ein wenig.
Aber versprochen: beim nächsten Konflikt, in dem Israel involviert sein wird, werden sie alle ihr Schweigen brechen und sich gegenseitig in empörten Aufrufen und Appellen überbieten.

Thomas von der Osten-Sacken im JUNGLE WORLD: Verhungernde Palästinenser, deutsche Solidarität

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Aufgeschnappt: AKP in der Krise?!

Als eine saubere, von Korruption unbefleckte Partei war die AKP einst gegründet worden. Die Abkürzung „Ak“ war kein Zufall, sie bedeutet „weiß“. Aber von Jahr zu Jahr nahmen die Klagen über Verfilzung und Korruption zu. Bauunternehmer profitierten von ihrer Nähe zum Ministerpräsidenten und seiner Umgebung. An sie gehen lukrative Staatsaufträge, sie erhalten Staatsland, das oft Naturschutzgebiet war, bevor es Bauland wurde. Die AKP ist, wie alle Regierungsparteien der Vergangenheit, der Macht verfallen. Nach elf Jahren an der Regierung macht sich der Verschleiß in einem erschreckenden Ausmaß bemerkbar. Ein weitsichtiges Gründungsmitglied der AKP hatte nach dem ersten Wahlsieg im November 2002 vorausgesehen, dass die Partei nach zehn Jahren am Ende ihrer Kräfte sein werde und es dann einer Neugründung bedürfe, um in der Türkei einen neuen Reformschub auszulösen. Eine solche Partei ist (noch) nicht zu erkennen.

Rainer Hermann in der FAZ: Erfolgspartei mit Grauschleier