Aufgeschnappt: RA Thomas Urmann

Rechtsanwalt Thomas Urmann verschickt außergewöhnlich viel Post, schließt allerdings nur wenige Brieffreundschaften. Stattdessen bekomme er Morddrohungen, erzählt er, „durchschnittlich zehn am Tag“. Dass ihm so viele seiner Mitmenschen den Tod wünschen, hat mit dem Inhalt seiner Post zu tun. Denn die liest sich, grob vereinfacht, so: Lieber Herr Soundso, Sie haben sich im Onlineportal Redtube den Pornofilm Amandas Geheimnisse angeguckt und damit das Urheberrecht meines Mandanten verletzt. Um juristische Konsequenzen zu vermeiden, überweisen Sie bitte 250 Euro auf folgendes Bankkonto. Mit freundlichen Grüßen, Urmann, Rechtsanwalt. (…) Mit Gegenwind kann Urmann umgehen. Ihn ficht es nicht an, dass der Gesetzgeber vor Kurzem neue Vorschriften gegen „unseriöse Geschäftspraktiken“ erlassen hat, zu denen ausdrücklich einige Auswüchse von „anwaltlichen Geschäftsmodellen“ mit der „massenhaften Abmahnung von Internetnutzern“ gezählt werden. Da zuckt Urmann mit den Schultern und wirkt nicht so, als fühle er sich angesprochen. „Meine Kollegen und ich probieren gern mal neue Wege aus und prüfen stets, ob wir dabei auf dem Boden des Rechtsstaats bleiben. Natürlich kann jeder mal einen Fehler machen, aber wir sind davon überzeugt, legal und legitim zu handeln. Wir versuchen dabei natürlich, für unsere Mandanten das Beste rauszuholen“, sagt er.

Lesenswerter Artikel über den RedTube-Fall in Deutschland in der ZEIT von Marcus Rohwetter: Auf der dunklen Seite des Rechts

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