Aufgeschnappt: Fetullah Gülens klandestine Organisation

Beide haben sie eine Vision und eine Mission: In der Türkei (und auch in anderen Staaten) soll eine tief islamisch geprägte Gesellschaft entstehen. Dieses religiöse Band einte Fetullah Gülen, der von den USA aus ein höchst klandestines und höchst einflussreiches weltweites Netzwerk aufgebaut hat, und den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan. Doch mittlerweile ist zwischen diesen beiden Alpha-Tieren ein erbitterter Kampf um die Macht in der Türkei entbrannt. (…) Ziel sei es, den „Normatismus des Islam im Alltag“ zu verankern, sprich eine Islamisierung der Gesellschaft in allen Bereichen – allerdings ohne die Sharia (muslimische Gesetzgebung). Dabei setze Gülen auf Bildung (weltweit betreibt die Organisation mehr als 1000 Schulen): „Es soll eine islamische Elite herangezüchtet werden, die dann in verantwortungsvollen Positionen ihren Einfluss geltend macht“, erläutert der Experte. (…) „Erdogan brauchte die Personalressourcen der Gülen-Leute, um strategische Positionen neu besetzen zu können, und Gülen brauchte die AKP, um seine Leute ganz oben platzieren zu können.“ Das einende Ziel: Die damalige Dominanz des Militärs und der säkularen Bürokratie zu brechen.

Walter Friedl im KURIER mit Politologe Hakan Yavuz: Der islamische Geheimbund um Prediger Gülen

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