Aufgeschnappt: Nulands „FUCK THE EU“

Moskau hat die Diplomatenhandschuhe ausgezogen und kämpft nun mit harten Bandagen. Die Inszenierung dieser Mitschnitte reiht sich auch nahtlos in die russische Propagandaerzählung ein, wonach die Proteste in der Ukraine vom Westen provoziert und finanziert sind und die Opposition nur aus Agenten westlicher Interessen besteht.
Die EU ist in Sachen Ukraine schon einmal überrascht worden, weil in Brüssel offenbar niemand damit gerechnet hatte, dass Putin zu solch kruden Erpressungsversuchen greifen würde wie dem, der Kiew dann von der Unterschrift unter den Assoziationsvertrag abgehalten hat. (…) Putin ist jedenfalls ganz offensichtlich nicht bereit, nach irgendwelchen Regeln zu spielen. Dazu ist die Ukraine zu wichtig für Moskaus neoimperiales Projekt. (…) Ähnlich wie schon die Wikileaks-Veröffentlichungen wirft dieser kurze Mitschnitt eigentlich ein gutes Licht auf die amerikanische Diplomatie. Er zeigt, wie Amerika pragmatisch und zielorientiert die Fäden zusammenführt, die UN mit ins Spiel bringt und bemüht ist, die ukrainische Opposition zu einen. (…) Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass Europa für akute Krisenbewältigung wie in der Ukraine nicht gut aufgestellt ist. Es mangelt Europa an Effizienz, an Durchsetzungsfähigkeit und auch an Geschwindigkeit. Die komplizierten Abstimmungsprozesse innerhalb der EU sind einfach zu träge.

Clemens Wergin in der ZEIT: Was Nulands „Fuck the EU“ wirklich bedeutet

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