Aufgeschnappt: Der große Bankraub

Der seit Jahren im Finanzressort obwaltende Dilettantismus nimmt staatsschädigende Ausmaße an. Die Welt durchlitt seit 2007 eine Reihe von Finanz- und Schuldenkrisen. Österreich durchlitt in dieser Zeit vier Finanzminister. Jeder der vier kam als blutiger Laie ins Amt. Jeder der vier musste wieder aus dem Amt ausscheiden, als er oder sie eben die Grundzüge des Jobs begriffen hatte. Seit kurzem amtiert nun ein völlig grünes Kleeblatt in dem nicht unheiklen Ressort. Als Ressortchef dilettiert Michael Spindelegger, der das Amt nicht übernommen hat, weil er sich aufgrund seiner finanzpolitischen Expertise dafür aufgedrängt hätte, sondern weil er ein Ministerium wollte, in dem er sich besser in Szene setzen kann als im drögen Außenamt. Als Staatssekretär steht ihm ein Herr Jochen Danninger zur Seite, der sich bisher dadurch auszeichnete, dass er Michael Spindeleggers Büro geleitet hat. Das Kleeblatt wird komplettiert durch eine aufstrebende steirische Jungpolitikerin namens Sonja Steßl, welche die Aufgabe hat, die Fahne der Sozialdemokratie in dem schwarzen Ressort hochzuhalten. Noch ehe die drei Herrschaften ihre Büros eingerichtet hatten, hudelten sie ein Steuererhöhungspaket hervor, das derzeit im Parlament zerzaust wird.

Und jetzt haben sie die Sache mit der Hypo vermasselt. Die Steuerzahler werden noch bluten, wenn die jetzigen Dilettanten längst durch neue ersetzt sind.

Andreas Koller in den Salzburger Nachrichten: Die Republik der Dilettanten

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