Aufgeschnappt: Hypo – der größte Bankraub der Geschichte

KURIER: Viele Juristen sagen, ein Insolvenzverfahren wäre die rechtlich sauberste Lösung. Stimmt das? Wenn ja, warum?

HABLE: Bei der Anstaltslösung können fragwürdige Vorgänge leichter unter den Teppich gekehrt werden. Es besteht die Gefahr, dass das Spiel, an dem die Hypo letztlich auch zugrunde gegangen ist – an vielen kriminellen Aktivitäten vor Ort – dass dieses Spiel bei einer Anstaltslösung fortgesetzt wird.

KURIER: Nennen Sie uns bitte ein Beispiel.

HABLE: Die Hypo sagt zu einem Schuldner: Zahle! Der Schuldner sagt: Ich zahle nicht und schickt die Firma in Insolvenz. Dann werden über Strohmänner Assets zu günstigen Preisen aus der Insolvenzmasse herausgekauft. Man muss sich die Relation zwischen Schadenssumme und Kreditsumme vor Augen halten. Da stehen Kreditausfallsquoten von 50 Prozent Raum. Ich habe noch nie von einer solchen Schrottbank gehört. Bankinsolvenzen haben im Prinzip sehr geringe Ausfallsquoten, weil Banken üblicherweise ihre Kredite besichern. Das weiß jeder Häuslbauer. Eine Ausfallsquote von 50 Prozent würde bedeuten, dass jedes zweite Geschäft nicht nur ein Fehlschlag war, sondern auch nicht besichert war. Das kann man mit Wörthersee-Bühne usw. nicht erklären. Da müssen sehr viele kriminelle Machenschaften dahinter stecken. Es besteht der Verdacht, dass die Bank systematisch ausgeräumt wurde, das wäre der größte Bankraub der Geschichte. Und die Zeche soll der Steuerzahler zahlen. Ein Masseverwalter wäre die objektivste Person, die dafür sorgt, dass es nicht zu einer Vermögensverschleuderung kommt.

Der KURIER führte ein Gespräch mit Neos-Finanzsprecher Rainer Hable: „Hypo ist der größte Bankraub der Geschichte“
Bildquelle: http://www.parlament.gv.at/POOL/BILDER/43812/4381211_500.jpg
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