Aufgeschnappt: Putin im Fokus

Für Putin – darüber wurde viel und oft geschrieben – ist der Zerfall der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Welche Schlüsse er daraus zieht, erleben wir in diesen Tagen. Nein, anders als die Sowjetunion strebt Putin nicht danach, die Welt zu erobern, sie den eigenen Werten anzupassen. Er schickt keine russischen Soldaten nach Angola oder Nicaragua. Aber er ist überzeugt, dass es in der multipolaren Welt geopolitische und kulturelle Einflusssphären gibt, die es um jeden Preis zu verteidigen gilt. Deshalb macht er sich nun daran, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verloren gegangenen „russischen Länder“ wieder zu sammeln. Dazu gehört Zentralasien, dazu gehört der Südkaukasus, und dazu gehören der Osten und der Süden der Ukraine. Die Länder müssen Russland nicht einverleibt werden – Putins Integrationsinstrument ist die Eurasische Union.

Moritz Gathmann in der ZEIT: Putins Krim-Kalkül geht auf

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