Aufgeschnappt … Putin

Putin ist kein Demokrat, war es nie und wird es nie sein, selbst wenn ihm dies bizarrerweise mit dem Attribut «lupenrein» bescheinigt wird. Sein Verständnis von politischer Machtausübung hat zaristische Züge: Zulässig ist eine Wahl dann, wenn sie das gewünschte Ergebnis bringt. Dieses bestimmt der Kreml. Wer dagegen demonstriert, der wird niedergeknüppelt oder als Landesverräter verunglimpft. Wer nach der Macht greift, dem droht die Verfolgung durch richterliche Willkür oder das Verschwinden. Freie Medien, unabdingbare Elemente eines freien gesellschaftlichen Diskurses, sind in Russland weitgehend verstummt. Es dominiert die behördliche Propaganda. Der Euphemismus der «gelenkten Demokratie», der aus dem Wortschatz des Kremls stammt, ist ein Schlag ins Gesicht all jener Russen, die für Demokratie und Freiheitsideale eintreten. Es gibt diese mutigen Stimmen, aber sie sind leiser geworden, weil sie auch im Westen kaum auf Resonanz gestossen sind.

Markus Spillmann in einem Kommentar bei der NZZ: Putins Ruhmsucht schadet Russland

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