Aufgeschnappt: Putin in Österreich

Die Vertreter der österreichischen Wirtschaft hatten Putin mit Standing Ovations empfangen. Und da hört sich der Spaß auf. Der ehemalige KGB-Agent, der in seinem Land jeden Ansatz von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit liquidiert, Andersdenkende und -lebende verfolgt, der sich die Krim unter den Nagel gerissen hat und nun die separatistische Soldateska im Osten der Ukraine sponsert und bewaffnet; der Moskauer Autokrat, der seinen Landsleuten den Westen als Reich der Dekadenz und Europa als Herrschaft der Homos präsentiert – dieser Mann wird von den ökonomischen Eliten Österreichs demonstrativ bejubelt. (…) Ebenso erbärmlich wie die heimischen Eliten verhielt sich die sogenannte Zivilgesellschaft. Proteste gegen den Staatsgast waren kaum wahrnehmbar. Das betrifft vor allem die sonst so demonstrationsfreudigen Linken. Offenbar ist vielen von ihnen – von antiamerikanischen Ressentiments verblendet – bisher entgangen, dass Moskau heute nichts auch nur annähernd Linkes repräsentiert, sondern sich im Gegenteil rechts von Dschingis Khan positioniert. Die Straches Europas haben das längst begriffen.

Georg Hoffmann-Ostenhof im PROFIL: Wo der Spaß aufhört

Immer sehr beruhigend wenn nicht die gesamte 68er-Generation die Grundübel der Welt in die Schuhe der US-Amerikaner stecken will.

Die im Text angesprochenen Witzeleien:

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