Aufgeschnappt: 3 tote israelische Schüler und wie Deutschland darüber schreibt

Seit Hans-Christian Ströbele zu Beginn des Golfkriegs Anfang 1991 bekannt gab, die irakischen Angriffe auf Israel seien „die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber“, ist das der rote Faden, der sich bis heute durch die Israel-Berichterstattung zieht. Egal, ob es sich um Raketenangriffe oder Entführungen handelt, sie sind immer die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik – also selbst verschuldet. Sogar dann, wenn drei israelische Jugendliche spurlos verschwinden, fragen die Reporter und Kommentatoren nicht „Wer war’s?“, sondern „Was hatten die drei dort zu suchen?“ So eine Haltung zeugt nicht nur von einer herzlosen Ignoranz, sondern auch von einer Mentalität, die tief in der Geschichte verwurzelt ist und in den Köpfen und Herzen weiterspukt. (…) Nun gibt es inzwischen keine Zweifel mehr, dass die drei jungen Israelis entführt und ermordet wurden. Wie es aussieht, von zwei Palästinensern, die Verbindungen zur Hamas haben. Und schon ist es absehbar, wie die Sache weitergehen wird. Journalisten und Politiker werden Israel auffordern, sich zurückzuhalten, um eine Eskalation der Gewalt zu vermeiden. Man dürfe den Friedensprozess nicht gefährden, beide Seiten sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren. Da sind gerade drei Plätze frei geworden.

Henryk M. Broder in der WELT: In Israel sind offenbar immer die Opfer schuld

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