Lesenswerte Pressestimmen zum Gaza-Krieg

So wird es wohl auch nach diesem Krieg wieder unterschiedliche Angaben geben. Während die Hamas sich bemüht, mit einer möglichst hohen Zahl ziviler Opfer das Entsetzen der Weltöffentlichkeit zu schüren, hat Israel den Kampf um die absoluten Zahlen aufgegeben.

Michael Borgstede in der WELT: Der zynische Krieg mit den Opferzahlen in Gaza

Der Hass hat jetzt neue Dimensionen erreicht. Anders als früher wurden wir nicht nur beschimpft. Es wurde zu Gewalt gegenüber den Juden in Zürich aufgerufen. Dutzendfach. Unverhohlen. Israelhasser und Antisemiten kündigten an, in Zürich den «Zionisten die Fresse zu polieren», die «Juden einzuschüchtern» oder sie zu «steinigen».

Herbert Winter im schweizerischen TAGESANZEIGER analysiert die jüngsten antisemitischen Ausbrüche in der Schweiz: Blanker Hass

Wo Israelkritik artikuliert wird, vereinigen sich nicht selten muslimische und rechtsextreme Gruppen zu temporären Zweckbündnissen, so in Frankfurt, wo Parolen wie «Hamas, Hamas – Juden ins Gas» oder «Kindsmörder Israel» zu hören waren. Die Rechtsextremen sind und bleiben die grössten Rassisten und Antisemiten in Deutschland, vor allem sind sie die, die Menschen töten. Anderseits muss man sich Fragen stellen. Wäre die Polizei auch passiv geblieben, wenn statt muslimischer Gruppen deutsche Rechtsextreme solche Parolen skandiert hätten? Oder wenn Muslime als Schweine beschimpft worden wären? Sicher ist, dass sich, wenn es gegen Israel geht, auch Linke rasch herausgefordert fühlen.

Ulrich Schmid in der NZZ wirft einen Blick auf die deutschen Linken und ihre Nähe zum Antisemitismus: Die Mühen der deutschen Linken mit dem Antisemitismus

Bürger und Politiker, die Solidarität mit dem bedrohten Israel öffentlich bekunden, müssen damit rechnen, von muslimischen Jugendlichen angegriffen zu werden. Es ist eine Schande für Deutschland und so nicht hinzunehmen.
Im Konflikt wird etwas sicht- und greifbar, was Experten abseits der Verklärungsclique des Multikulturellen schon lange warnend betonen. Teile der muslimischen Community erkennen das Gewaltmonopol des Staates nicht an und akzeptieren die fundamentalen Spielregeln einer pluralistischen Gesellschaft nicht. Die Konsequenzen sind drastisch. Aufgebrachte Hamas-Freunde machen Jagd auf Menschen mit anderer Meinung, brüllen volksverhetzende Parolen und verdeutlichen, wie sehr die Israelkritik dieser Tage bis zur Halskrause im antisemitischen Ressentiment badet. Mitunter unterstützt von Neonazis und beschämenderweise von Aktivisten der Linkspartei.

Ulf Poschardt in der WELT mit einem bestechenden Kommentar: Deutschland muss Antisemitismus hart kontern
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